„Das ist ja geradezu historisch!“

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So äußerte sich CSU Stadtrat Peter Plößl in der gestrigen #redmit Veranstaltung in der Flößerei. Denn das hatte es noch nie gegeben: Beide Parteien SPD und CSU legten ihre gleichzeitig stattfindenden Informationsveranstaltungen zur Kommunalwahl 2020 spontan zusammen. Ungewöhnlich auch für viele der „Urgesteine“ der jeweiligen Fraktionen, wie Roswitha Bayer und Paul Brauner. Die waren aber ganz begeistert: „Es geht eben direkt um unsere gemeinsame Heimatstadt, da kommt es auf Inhalte an und nicht auf Parteizugehörigkeit.“
Und so wurden der jeweils anderen Fraktion je ein Thema vorgestellt: die Hintergründe des Schulentwicklungskonzeptes und seiner gewaltigen Kostensteigerung mit Schulreferent Fritz Meixner von der SPD und die gerade mit 25 zu 0 vom Stadtrat beschlossene Bewerbung der Stadt Wolfratshausen für die internationalen Flößertage 2022 als Stärkung der Dachmarke „Flößerstadt Wolfratshausen“ von Kulturreferent Alfred Fraas von der CSU.

Der spannendste Teil war aber die Fragerunde an die beiden Bürgermeisterkandidaten. Fritz Schnaller fungierte als Moderator, Fragensteller und fast noch wichtiger als Zeitnehmer. Denn nur je 90 Sekunden hatten die Kandidaten Zeit, nacheinander und immer abwechselnd ihre Standpunkte zu den Themen Verkehr, Stadtentwicklung, Jugend, Wirtschaft, Klimaschutz, Haushalt und Zukunft darzulegen. Zusätzliche Fragen aus dem Publikum waren durchaus erwünscht, und so nutzten die anwesenden Bürger*innen die Möglichkeit, sich ein Bild zu machen.

Dabei gab es bei aller Einigkeit in der Zielsetzung durchaus Unterschiede für den Weg dorthin festzustellen. Einig war man sich zum Beispiel darin, zur Stärkung des Klimaschutzes die Photovoltaik bei allen Neubauten zwingend vorzuschreiben, „wenn es denn der Gesetzgeber zuläßt“, wie Bürgermeisterkandidat der CSU Günther Eibl – selbst seit Jahren als Gutachter in diesem Bereich tätig – feststellte. Manfred Menke, sein „Gegenkandidat“ machte sich stark für eine Kontaktaufnahme bei der Bayerischen Staatsregierung, um die möglichen Fördermittel für das geplante Schulkonzept auszuloten. Dem pflichtete Eibl bei und ergänzte, dass er sich auf Grund seiner Erfahrungen der letzten Jahre sehr gut eine Position in der Stadtverwaltung vorstellen könnte, die sich vornehmlich genau darum kümmern würde: „herausfinden, was möglich ist und vor allem keine Fristen versäumen.“

Alles in allem war man sich nach zwei Stunden engagiertem, aber immer respektvollem debattieren einig, dass es für eine Stadt wie Wolfratshausen nur gemeinsam funktioniert. Man kann nicht einfach immer nur dagegen sein, nur weil das Gegenüber eine andere Farbe auf seiner Fahne mit sich herumträgt. Es ändert sich nichts, wenn sich nichts ändert.