Bericht aus Wolfratshausen

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Die Kreisklinik Wolfratshausen ist (gottseidank) noch da, wohin andere unbedingt zurück wollen: In kommunaler Trägerschaft und nicht in der privaten.

Wir stellen fest: Während unser Landrat Niedermaier immer noch laut über eine Privatisierung der Kreisklinik Wolfratshausen nachdenkt, sind andere Städte und Kommunen schon weiter. Sie haben aus Fehlern der Vergangenheit gelernt und versuchen nun, ihre an private Träger verkauften Kliniken zu rekommunalisieren – sprich, sie in die öffentliche Hand zurückzuführen. Denn nur so können sie die vor Ort Versorgung der ihnen anvertrauten Bürger:innen gewährleisten. Nach dem Lesen des folgenden Artikels, sollte es jedem  – auch dem Landrat und seinen “Followern” – klar sein: Hände weg von der Privatisierung unserer Kreisklinik in Wolfratshausen!

Der folgende Beitrag stammt aus dem kma-Magazin vom | Quelle: Sabine Rößing | © 2021. Thieme Verlag. All rights reserved.

https://www.kma-online.de/aktuelles/klinik-news/detail/vor-und-nachteile-bei-der-rekommunalisierung-von-kliniken-a-45101

Vor- und Nachteile bei der Rekommunalisierung von Kliniken

Jahrelang schien es für öffentliche Krankenhausträger nur eine Möglichkeit zu geben, ihre Standorte zukunftsfest zu machen: den Verkauf an private Betreiberkonzerne. Doch zeichnet sich in diesen Tagen ein Paradigmenwechsel ab. Immer mehr Kommunen kaufen ihre Krankenhäuser zurück. Doch nicht immer ist das schwierige Manöver erfolgreich.

Rekommunalisierung von Krankenhäusern

Standen die Zeichen lange auf Privatisierung, holen sich mittlerweile immer mehr Kommunen ihre Krankenhäuser zurück.

Das Krankenhaus in Havelberg im Landkreis Stendal wird es wohl nicht schaffen. Die Betreibergesellschaft KMG Kliniken hat angekündigt, das Haus schließen und in ein Seniorenheim umwidmen zu wollen. Als Krankenhaus sei die Einrichtung nicht mehr wirtschaftlich zu führen, die Menschen im Umkreis nutzten es einfach nicht. Dennoch bemüht sich die Kommune um den Erhalt. Dem Landkreis geht es um die Sicherung der medizinischen Grundversorgung. Deshalb will er das Haus, das er vor 18 Jahren privatisiert hatte, heute zurückkaufen.

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Stadtrat Günther Eibl für besondere Verdienste ausgezeichnet!

Vier Urkunden und ein Blumenstrauß für besondere Verdienste

Carl-Christian Eick :: Isar Loisach Bote 27.05.202

Ehre, wem Ehre gebührt: Wolfratshausens Bürgermeister hat vier langjährige Stadträte im Namen des Innenministers ausgezeichnet.

Wolfratshausen – Es gibt 80 Millionen potenzielle Trainer der deutschen Fußballnationalmannschaft, die davon überzeugt sind, den Job besser machen zu können als Joachim Löw. Mutmaßlich gibt’s auch etwa 19 000 Wolfratshauser, die sich sicher sind, als Stadträte klügere Entscheidung zu fällen, als es die 24 Amtsinhaber tun. Kurzum: Der, der Verantwortung übernimmt, darf mit Kritik rechnen, ein Lob bekommt er selten. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ging nun mit gutem Beispiel voran – und ließ in seinem Namen Rathauschef Klaus Heilinglechner vier verdienten Stadträten Dankeschön für ihr jahrelanges Engagement sagen.

„Besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung“: Das bescheinigt Herrmann per Urkunde Roswitha Beyer, die seit 2002 im Stadtrat saß, bei der Wahl 2020 jedoch nicht mehr kandidierte. Heilinglechner hob das „mitreißende Engagement“ der SPD-Politikerin hervor, die insbesondere als Mitglied des Bauausschusses ein ums andere Mal den Sachen hartnäckig auf den Grund ging. Von 2008 bis 2014 war Beyer Jugend- und Sozialreferentin, von 2014 bis 2020 setzte sie sich als Seniorenreferentin für die Belange älterer Semester ein. „Ich habe es gerne gemacht“, stellte Beyer im Rückblick auf ihre Amtszeit fest. So habe sie viele Blicke hinter die Kulissen werfen können. Den Bürgern empfahl sie, sich Infos aus erster Hand zu holen, sprich Sitzungen der Mandatsträger live zu verfolgen. So ließe sich die eine oder andere Entscheidung besser nachvollziehen.

Ein Vorbild an Fleiß und Einsatz

Eine „scharfsinnige Beobachtungsgabe“ attestierte der Bürgermeister seinem Herausforderer bei der Wahl 2020 und jetzigen Stellvertreter Günther Eibl. Der CSU-Politiker gehört dem Gremium seit 2002 an, von 2014 bis Mai 2020 war Eibl Sprecher der CSU-Fraktion, er vertritt die Interessen der Kommune unter anderem im Aufsichtsrat der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Eibl sei „ein Vorbild an Fleiß und Einsatz für unsere Stadt“, sagte Heilinglechner bei der Ehrung im Rahmen der jüngsten Stadtratssitzung in der Loisachhalle.
Eine von Innenminister handsignierte Urkunde bekam auch Helmut Forster. Ihn wählten die Wolfratshauser 1999 in den Stadtrat, 2008 zum Bürgermeister. Forster, der vor der jüngsten Kommunalwahl der Bürgervereinigung den Rücken kehrte und mit anderen Stadträten die Liste WOR gründete, ist aktuell Sprecher der politischen Gruppierung sowie Wirtschaftsreferent des Stadtrats. „Wir schätzen Ihre Wortbeiträge und Ihren weisen Rat“, stellte Heilinglechner fest. Sein Amtsvorgänger schaffe durch viele Gespräche mit den Bürgern eine enge Verbindung zwischen dem Souverän und den Räten. Forster, der im Wahlkampf kein Geheimnis aus „persönlichen Differenzen“ mit seinem politischen Ziehsohn Heilinglechner gemacht hatte, bedankte sich bei seinen Stadtratskollegen für die „stets gute Zusammenarbeit“. Es gehöre zu einer Demokratie, dass man hier und da unterschiedlicher Meinung sei.

Praller „bringt die Angelegenheit auf den Punkt“

Seit 2002 gehört Josef Praller, Fraktionschef der Bürgervereinigung, dem Stadtrat an. Er sei nicht zuletzt „fürs Klima ein Gewinn“, so Heilinglechner. Praller habe die Gabe, „Freude und positive Stimmung“ ins Gremium zu bringen. Und: Er wirke „ausgleichend“, wenn der politische Disput heftig werde, „und er bringt die Angelegenheiten auf den Punkt“. Das bewies Praller bei seiner kurzen Entgegnung: „Danke. Es macht mir immer Freude, mich für die Bürger und unsere schöne Stadt einzusetzen.“ Punkt. (cce)

Offener Brief der CSU Wolfratshausen an Landrat Niedermaier

Sehr geehrter Herr Landrat,

die CSU Wolfratshausen wendet sich in einem offenen Brief an Sie, da wir den Eindruck haben, dass das, was an Tatsachen an die Öffentlichkeit gelangt, nicht mit Ihren Äußerungen in der Öffentlichkeit übereinstimmt.

Sie beschweren sich, es sei eine Menge „Mist in Umlauf“ oder lassen sich fragen, ob mit dem von Ihnen vorgeschlagenen Beschlussantrag für die Schließung der Klinik oder deren Verkauf gestimmt würde. Da konnten Sie gut mit „Nein“ antworten.

Entscheidend ist jedoch, dass Sie genau diese Möglichkeit zum Verkauf an privat und die Schließung der Klinik (genannt Gesundheitscampus) eben genau nicht ausgeschlossen haben. Sie wurden mehrfach aufgefordert, genau diese Kriterien in Ihren Beschlussantrag aufzunehmen. Das haben Sie leider nicht getan.

Genau dieses Ihr Verhalten lässt Zweifel aufkommen. Bitte sagen Sie nicht nur, was Sie nicht wollen, sondern legen Sie das auch in entsprechenden Beschlüssen fest.

Vielmehr verstärkt sich der Eindruck, dass Sie und Ihre Mitstreiter weiterhin den Verkauf der Klinik betreiben wollen:

Die vorliegenden Indizien sprechen für sich:

  1. Nach Beschluss durch den Kreistag beauftragten Sie eine Firma, deren Geschäftskonzept die Begleitung des Verkaufs von kommunalen Kliniken an private Investoren ist. Ein Großteil der Kreisrätinnen und Kreisräte kannte diesen Geschäftszweck nicht und wurde darüber auch nicht von Ihnen informiert. Als der Geschäftszweck bekannt wird, entstehen erste Zweifel an der Unabhängigkeit und ergebnisoffenen Untersuchung durch diese Firma.
  2. Nach Vorlage dieser Studie/dieses Gutachtens stellt sich heraus, dass die Beraterfirma nicht in Kontakt mit den Belegärzten der Wolfratshauser Klinik getreten ist (siehe offener Brief). Dies wäre Aufgabe der Beraterfirma gewesen, dem sie jedoch nicht nachgekommen ist.
  3. Dem Kreisausschuss/dem Kreistag wird ein mehrfach umformulierter Beschlussantrag von Ihnen vorgelegt, bei dem trotz wiederholter Aufforderung nicht der Bestand der Wolfratshauser Kreisklinik unter Eigentümerschaft weiterhin des Landkreises als Grundbedingung verankert ist. Vielmehr bleibt der Verkauf an privat offen.
  4. Die Asklepios-Klinik Bad Tölz erklärt über die örtliche Presse, dass Sie zur Übernahme der Kreisklinik Wolfratshausen bereitstehe.

Weitere Indizien und offene Fragen liegen in Ihrer Doppeltätigkeit als Beirat der Asklepios-Klinik Bad Tölz und gleichzeitig als Vorsitzender des Aufsichtsrats des Klinikum Wolfratshausen.

Wenn es um die Kreisklinik so schlecht bestellt wäre, wie Ihre Gutachterfirma Vicondo Healthcare ausführt, dann hätten Sie doch in Ihrer über 12jährigen Tätigkeit als Vorsitzender des Aufsichtsrats gravierende Fehler gemacht und Ihre Aufgaben in dieser Position nicht erfüllt. Warum sind Sie dann erst jetzt kurz nach der Kommunalwahl tätig geworden?

Andererseits, und davon sind wir überzeugt, steht die Klinik besser da, als es die Vicondo-Studie aufzeigt. Dann hätten Sie zumindest den Ergebnissen von Vicondo widersprechen müssen und die erfolgreiche Arbeit der Klinik auf sich selbst zugutehalten können.

Besonders aber sticht ins Auge, dass Sie als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Klinik über Jahre hinweg die im Gutachten der Beraterfirma Oberneder festgehaltenen Vorschläge ohne Widerspruch begleiten und unterstützen. Über Jahre hinweg haben Sie in Ihrer Eigenschaft als Vorsitzender des Aufsichtsrats verfolgt, wie die Situation der Klinik sich immer mehr verbessert. Und genau in dieser Situation beauftragen Sie eine Firma (siehe oben deren Geschäftszweck) mit der Suche nach Lösungen für die Klinik. Warum haben Sie nicht mit der Beraterfirma Oberneder (Geschäftszweck Kooperation unter Kliniken) versucht, den eingeschlagenen, hervorragend guten Weg – siehe Geburtenhilfe – weiterzugehen?

Sie sehen, Fragen über Fragen, wenn Ihre Worte mit Ihrem Handeln verglichen werden.

Ein Drittes: Wir bitten Sie, sich auch gegen die Behauptung einer Kreisrätin, die Sie unterstützt, zu verwahren, dass „ein offenes Verfahren ohne ideologische Einschränkungen“ anzustreben ist. Oder sind Sie auch der Meinung, dass der Erhalt der Klinik als solche und das Bekenntnis zum kommunalen Verbleib Ideologie sei?

Bitte ringen Sie sich dazu durch, ein klares Bekenntnis zu den Grundbedingungen für die Zukunft der Klinik abzugeben. Dann haben wir alle eine gemeinsame Basis zur Diskussion.

Die CSU Wolfratshausen fordert zu beschließen, die Kreisklinik Wolfratshausen als vollwertiges Krankenhaus unter Eigentum des Landkreises zu erhalten. Dann können auf dieser Basis Kooperationspartner gesucht werden.

Die beiden Stadtratsgremien aus Wolfratshausen und Geretsried haben in einer gemeinsamen Resolution sehr klar ihre Position zum Erhalt der Kreisklinik unter kommunaler Hand geäußert. Es wurde ein einstimmiges Ergebnis über alle Parteigrenzen hinweg gefasst.

Sie werfen den beiden Bürgermeistern aus Geretsried und Wolfratshausen vor, wider besseres Wissen nicht den Mund gegen Falschinformationen aufzumachen. Sie sagen, niemand wolle die Kreisklinik schließen. Das stimmt nicht: Genau dies hat z.B. Ihre Beraterfirma durch den Vorschlag „Gesundheitscampus“ getan.

Wir freuen uns darüber, dass die beiden Bürgermeister, Michael Müller und Klaus Heilinglechner, den Mut hatten, „ihren Mund aufzumachen“ und die Interessen der Bevölkerung des wohlgemerkt gesamten Landkreises zu vertreten.

Wolfratshausen, 19. Mai 2021

Mit freundlichen Grüßen

Claudia Drexl-Weile
CSU – Ortsverband Wolfratshausen

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Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber mahnt zum Dialog mit den Bürgern

ILB – Volker Ufertinger 18.05. – 14:10h

Wolfratshausen – Dr. Edmund Stoiber hatte in seiner Zeit als Minister und Ministerpräsident einen eisernen Grundsatz: Er hat sich nie in die kommunalpolitischen Angelegenheiten eingemischt. Daher ist es außergewöhnlich, dass er sich jetzt in Sachen Kreisklinik von sich aus zu Wort meldet. Er mahnt die Politik, bei diesem emotionalen Thema mit den Bürgern in den Dialog zu treten.

Wie sehr die Causa Kreisklinik die Menschen aufwühlt, weiß er nur zu gut. „Ich kriege viele Briefe von Bürgern, die sich größte Sorgen machen“, sagt er. Er kann das verstehen: „Eine Klinik, mit der sich so viele Schicksale verbinden, ist etwas extrem Emotionales. Sie ist viel mehr als irgendein Gewerbebetrieb.“ Auch er selbst hat viel in und mit der Kreisklinik erlebt: Am Moosbauerweg starb sein Vater, seine Tochter Veronika und sein Sohn Dominic kamen dort auf die Welt – und er selbst hatte kürzlich einen Termin im Impfzentrum.

Der Wolfratshauser Ehrenbürger stellt nicht in Abrede, dass es die Pflicht der Politik ist, über die Situation in fünf oder zehn Jahren nachzudenken. Doch ihm geht es um das Wie. Die Demokratie hat sich geändert, die Leuten wollen mehr mitgenommen werden. „Die Basisnähe ist ein wichtiges Moment im Prozess der demokratischen Willensbildung geworden.“ Dem müsse man Rechnung tragen, etwa durch Veranstaltungen in den Gemeinden oder in der Loisachhalle – sobald dies wieder möglich ist.

Mit Sorge schaut Stoiber auch auf das Konfliktpotenzial, das das Thema birgt. „Die Kreisklinik ist ein regionales Identifikationsmerkmal“, sagt er. Wer sie antastet, läuft Gefahr, den alten Nord-Süd-Konflikt anzuheizen. Stoiber hat es selbst als junger Politiker erlebt, wie mühsam der Prozess des Zusammenwachsens nach der Gebietsform in den 1970er Jahren verlaufen ist. Es waren Männer wie der kürzlich verstorbene Landrat Otmar Huber oder der Bürgermeister von Holzhausen und Münsinger Ehrenbürger Silvester Pölt, die „Unglaubliches geleistet haben, den Landkreis zusammenzubringen“. Er als „Altvorderer“ könne nur betonen: „Einen solchen Konflikt will keiner noch einmal erleben.“

Wert legt Stoiber auch auf die Tatsache, dass die Klinik für die Menschen im Mittelzentrum unverzichtbar ist. Dass es im Norden zwei so nahe beisammen liegende Städte mit annähernd 45 000 Bewohnern gebe, sei eine „Besonderheit, die man berücksichtigen muss.“ Es sei gelungen, dass sich Wolfratshausen und Geretsried trotz verschiedener Geschichte und verschiedener Interessen als Einheit verstehen. „Dieses Ballungszentrum braucht diese Klinik.“

Patienten bekommen dort, auch nach Stoibers eigener Erfahrung, die beste Hilfe. „Das ist europaweit sicher ein weit überdurchschnittlicher Standard“, so der Ehrenbürger. Wer auch nur das Geringste ändern möchte, müsse sich dem Dialog mit dem Bürger stellen. „Mein Beitrag kann nur sein, auf die emotionale Betroffenheit hinzuweisen.“

 

Zum Beitrag: https://www.merkur.de/lokales/wolfratshausen/wolfratshausen-ort29708/wolfratshausen-stoiber-mahnt-in-sachen-kreisklinik-zum-dialog-mit-den-buergern-90615529.html

Foto: © Sabine Hermsdorf-Hiss

Offener Brief: An den Landrat und die gewählten Vertreter des Landkreises Bad-Tölz Wolfratshausen

Wir, die niedergelassenen Fach- und Hausärzte und ärztlichen Vertragspartner der Kreisklinik Wolfratshausen sind fassungslos.

Aus der Zeitung(!) mussten wir erfahren, dass unser Kooperationspartner, Arbeitgeber und Vertragspartner – die Kreisklinik Wolfratshausen – verkauft werden soll. Der Landrat versichert zwar, dass „der Erhalt der Kreisklinik absolute Priorität habe” und zwar “nicht als Alibistandort, sondern als stationäres Haus der Grund- und Regelversorgung.” (s. SZ vom 11.05.2021), dennoch soll ihm der Kreistag am 20.05.2021 den Auftrag zur Suche eines “Trägers / Betreibers” erteilen, der “bereit ist ggf. einen Mehrheitsanteil” der Kreisklinik Wolfratshausen gGmbH zu übernehmen”. Ein möglicher „Investor” steht mit der Asklepios GmbH auch schon in den Startlochern (“Wir stehen bereit”, s. SZ vom 10. 05.2021).

Wir arbeiten zum Teil seit mehr als 20 Jahren mit und an der Kreisklinik. Unsere Patienten haben sich in all diesen Jahren dort gut aufgehoben und behandelt gefühlt. Wir haben das pflegerische Personal und die ärztlichen Kollegen dabei als kompetente, kooperative und motivierte Arbeitskollegen kennen und schätzen gelernt. Die leitenden Chefärzte der stationären Hauptabteilungen – Dr. Stefan Schmidbauer, Chirurgie und Dr. Michael Trautnitz, Innere Medizin, Dr. Josef Orthuber, Anästhesie und Intensivmedizin – haben uns externe Kollegen offen empfangen und nach Kräften unterstützt. Die Geschäftsführungen der Kreisklinik unter Hubertus Hollmann bis 2019 und Ingo Kühn seit 2020 haben wir als faire und kompetente Partner erlebt. Die gute Akzeptanz in der Bevölkerung der Region und die positive fachliche und wirtschaftliche Entwicklung der Kreisklinik in den letzten Jahren haben wir mit groBer Freude und Genugtuung beobachtet.

Trotz widriger und immer schwierigerer Rahmenbedingungen konnte die Kreisklinik – auch durch die Unterstützung lokaler Initiativen wie dem Verein der Freunde der Kreisklinik Wolfratshausen e.V. und großzügiger Spenden aus der regionalen Wirtschaft – die medizinisch-technische Ausstattung auf aktuellem Stand halten und sogar kontinuierlich verbessern und erweitern. Zukunftweisende Investitionen wie die Modernisierung der Bettenstationen, der Ausbau der Endoskopie, der OP-Sale und des Labors, der Neubau der Intensivstation mit Aufbau einer Weaning-Station und aktuell die Anschaffung eines modernen Computertomographen, die Ausweitung des Versorgungsangebotes durch die Akut Geriatrie und die verstärkte Einbindung lokaler niedergelassener Fachärzte sowie der Auf-und Ausbau strategischer Partnerschaften mit der Universitätsklinik Großhadern (telemedizinisches Schlaganfall Netzwerk) und der Kreisklinik Starnberg (Geburtshilfe und Gynäkologie) haben die Kreisklinik gestärkt, das Versorgungsangebot für die Bürger der Region erweitert, die Akzeptanz in der Bevölkerung und auch die wirtschaftliche Situation verbessert. 2016 wurde sogar erstmals ein Wirtschaftsjahr ohne Defizit abgeschlossen und das Jahr 2020 konnte trotz der Einschränkungen im operativen Betrieb durch die Corona Pandemie mit einem erträglichen Defizit von etwa 450 Tausend Euro abgeschlossen werden.

Aus unserer Sicht steht die Kreisklinik sehr gut da, auch im Vergleich mit den Nachbarkliniken. Die intersektorale Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung ist mit der Einbindung von uns niedergelassenen Fachärzten bereits auf den Weg gebracht worden und ware sicher noch weiter ausbaubar. Die Hauptabteilungen für Chirurgie und Innere Medizin stellen die lokale und regionale Grund- und Regelversorgung sehr gut sicher, die Klinik ist zertifiziertes Mitglied im TraumaNetzWerk München-Oberbayern-Süd und sichert als Notarztstandort kompetente Hilfe auf kurzen Wegen. Die Qualität der stationären Versorgung konnte laufend verbessert werden und die Klinik als Bauch- und Hernien Zentrum, Weaning Zentrum und Trauma Zentrum zertifiziert werden, für die Schlaganfallversorgung wurde mit der Neurologischen Universitätsklinik Großhadern eine unbefristete telemedizinische Kooperation für die Zukunft geschlossen. Durch uns niedergelassene, lokal und regional ambulant tätige Fachärzte und Hausärzte wird das angebotene stationäre Versorgungsspektrum sinnvoll ergänzt und erweitert. So können die Patienten wohnortnah ein großes Angebot allgemeiner und spezialisierter medizinischer Leistungen in Anspruch nehmen. Weitere strukturelle Entwicklungen und strategische Partnerschaften sind zur zukünftigen Sicherung des medizinischen Versorgungsangebotes, der Verbesserung der stationären Auslastung und der Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation der Kreisklinik sicher notwendig, aber auch ohne „Investor” oder Betreiberwechsel möglich!

Wir fragen die gewählten Volksvertreter des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen:
Wie wollen Sie sicherstellen, dass die Kreisklinik erhalten bleibt, wenn Sie sie nicht mehr betreiben?
Wie wollen Sie Einfluss auf die stationäre medizinische Versorgung nehmen, wenn Sie sich als Betreiber des letzten öffentlichen Krankenhauses zurückziehen?
Wie wollen Sie den Bürgern und Ihren Wählern erklären, dass Sie es als Betreiber zwar nicht geschafft haben die Kreisklinik wirtschaftlich tragfähig zu machen, aber ein anderer Betreiber das schaffen soll ohne das Versorgungsangebot einzuschränken?
Wie wollen Sie den Bürgern und Ihren Wählern erklären, dass Sie die Verantwortung für die medizinische Versorgung der Region Dritten überlassen wollen?

Wir fordern die gewählten Volksvertreter des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen daher auf:
Geben Sie das Heft des Handelns nicht aus der Hand!
Lehnen Sie die Beschlussvorlage zum Betreiberwechsel der Kreisklinik am 20.05.2021 ab!
Setzen Sie sich mit den niedergelassenen Ärzten der Region zusammen und bringen Sie gemeinsam die notwendigen strukturellen Reformen auf den Weg!
Suchen Sie strategische Partnerschaften mit Gesundheitsdienstleistern in öffentlicher Hand oder gemeinnütziger Trägerschaft in der Region!
Werden Sie Ihrem politischen Auftrag gerecht und sichern Sie die medizinische Versorgung für alle Bürger des Landkreises!
Überlassen Sie die Gesundheitsversorgung Ihrer Bevölkerung nicht privaten Investoren!

Die Unterzeichner:
Dr. McArthur, Orthopädie, Dres. Kleinherne und Pfannenstiel, HNO, Dr. Weickert-Volland, HNO Dres Gliera, Unterhuber, Kirr, Orthopädie, PD Schmitt, Dres. Wasmaier, Festerling, Orthopädie,
Dr. Sauckel, Plastische Chirurgie, Dr. Krüger, Orthopädie, Dr. Behrend, Augenheilkunde, Dr. Kellner, Orthopädie, Dr. Klüppelberg und Professor Schirren, Gastroenterologie, Dr. Riedel, Neurologie und Psychiatrie, Dr. Donat, Neurochirurgie, Dr. Brand 1, Radiologie MRT, Dres. Neu hold und Schröder, Nephrologie, Dr. Kauschke, Orthophädie, Dres. Müller und Klement, Allgemeinmedizin, Dres Gess, Röttger, Brüggemann, Allgemeinmedizin, Dres. Binder, Krafft, Seiler, Grabow, Wüstenfeld, Allgemeinmedizin

Leserbrief Claudia Drexl-Weile: Keine klare Aussage von Landrat Niedermaier pro Kreisklinik Wolfratshausen

Öffentlich wird von Landrat Niedermaier und von vielen Kreisräten gesagt, sie wollten doch „nur“ eine unverbindliche Ausschreibung beschließen, wie und mit wem man die Kreisklinik Wolfratshausen auf Dauer stärken kann. Soweit so gut, da hätte ja niemand etwas dagegen.

Tatsache ist aber, dass Landrat Niedermaier Beirat der Asklepios-Klinik Bad Tölz ist. Tatsache ist auch, dass mit der ersten Studie nicht die Firma beauftragt wurde, die erfolgreich die Zusammenarbeit mit der Klinik Starnberg begleitet hat. Vielmehr wurde eine Firma beauftragt, deren Geschäftszweck u.a. die Begleitung des Verkaufs von kommunalen Kliniken an private Investoren ist. Nun erfährt man, dass Asklepios zu einer „Zusammenarbeit“ bereit steht. (Asklepios ist ein Klinikkonzern mit fast 80 Krankenhäusern bundesweit). Landrat Niedermaier wird doch wohl nicht mit Vertretern der Asklepios-Klinik bereits gesprochen haben, oder? Laut Berichterstattung ist er noch auf der Suche nach einem „strategischen Partner“ – oder hat er ihn gar schon gefunden und nur Kreisräte und Bevölkerung wissen nichts davon?

Für wie dumm sollen wir denn verkauft werden? Leider besteht der Eindruck, dass alles bereits vorbereitet ist. Nichts gegen die Asklepios-Klinik, insbesondere nicht gegen Ärzte und Personal. Aber den Eindruck erwecken zu wollen, alles sei ergebnisoffen – das ist schon gewagt.

Was auch immer er will: Eine Zusage, dass die Kreisklinik Wolfratshausen als Krankenhaus im herkömmlichen Sinn erhalten bleibt, steht aus. Diese gibt der Landrat auch trotz Aufforderung nicht ab. Warum nicht?

Mit freundlichen Grüßen

Claudia Drexl-Weile
Föhrenwaldstraße 14 a
82515 Wolfratshausen

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Presseerklärung der CSU Wolfratshausen zum Erhalt der Kreisklinik

Wolfratshausen 09.05.2021 – Der CSU – Ortsvorstand Wolfratshausen hat gestern im Rahmen einer Videokonferenz folgenden Beschluss gefasst:

Die Reaktion von Landrat Herrn Josef Niedermeier auf unseren Widerstand die Kreisklinik Wolfratshausen aufzulösen, zeigt, dass er das Vorhaben noch nicht aufgegeben hat. Auch wenn die Absicht nun in andere Worte gefasst ist, eine Zusage, wenigstens die Mindestforderungen zum Erhalt des Krankenhauses zu erfüllen, ist nicht erfolgt. Diese sind: Vollwertige Abteilungen für Innere Medizin, Chirurgie Anästhesie und Intensivmedizin, sowie eine ständig besetzte Notaufnahme; die Geburtshilfe am Standort Wolfratshausen ist ebenfalls weiter zu betreiben.

Auch vom Gedanken im Rahmen einer Ausschreibung eine Lösung herbeizuführen, ist er nicht abgerückt. Eine Ausschreibung ist der falsche Weg einen Kooperationspartner zu finden.

Die Vorstandschaft der CSU – Wolfratshausen beauftragt daher seine Ortsvorsitzende Claudia Drexl-Weile und ihren Stellvertreter, Herrn 2. Bürgermeister und Kreisrat Günther Eibl, die Einleitung eines Bürgerbegehrens bzw. die Gründung einer Bürgerinitiative vorzubereiten.

Dabei ist großer Wert darauf zu legen, dass diese Aktivitäten überparteilich und überörtlich erfolgen müssen. Die Sache ist zu ernst, um sie in parteipolitische Auseinandersetzungen oder örtlich begrenzt auf Wolfratshausen durchzuführen. Alle Organisationen, Parteien, Vereine oder Einzelpersonen und Gruppen, die am Erhalt der Kreisklinik Wolfratshausen in seiner derzeitigen Form als Krankenhaus interessiert sind,  sind aufzufordern, sich an dieser Aktion zu beteiligen.

Sie werden deshalb gebeten mit dem „Verein der Freunde der Kreisklinik Wolfratshausen e.V.“ Kontakt aufzunehmen und den Verein zu bitten, die Aktion federführend durchzuführen.

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Stellungnahme der CSU Wolfratshausen zur Pressekonferenz des Landrats Josef Niedermaier in Sache Klinikum Wolfratshausen

Wolfratshausen, 7. Mai 2021 – Nunmehr hat endlich Landrat Niedermaier zur Auflösung der Kreisklinik Stellung genommen. Leider erweisen sich diese Äußerungen als Werfen mit Nebelkerzen: Die Umwandlung der Kreisklinik in ein Gesundheitszentrum ist und bleibt eine Auflösung, mag man es nennen, wie man will. Der Landrat bleibt bei seinen Plänen.

Nachweis gewünscht?

Herr Landrat Niedermaier ist nicht von seiner Haltung abgewichen, eine Ausschreibung durchzuführen. Wann mache ich eine Ausschreibung: Wenn ich etwas zu einem möglichst hohen Preis verkaufen will! Anschließend bin ich an das höchste Gebot gebunden – mit Verhandeln ist da nichts mehr. Ansonsten brauche ich keine „Ausschreibung“.

Was mache ich aber, wenn ich – wie er jetzt sagt – einen Kooperationspartner suche? Ich überlege mir sehr genau, wie und in welchen Bereichen ich zusammenarbeiten will, suche dann verschiedene Partner, mit denen ich das bespreche. Zum Beispiel meine Mindestbedingungen: So müssen vollwertige Abteilungen für Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin, eine ständig besetzte Notaufnahme sowie die Geburtshilfe am Standort Wolfratshausen weiter betrieben werden. Nach den Verhandlungen schließe ich den entsprechenden Vertrag. Nichts mit Ausschreibung; verhandeln muss die Devise sein.

Die Geburtshilfestation in Wolfratshausen ist die geeignete Blaupause dafür!

Ich halte fest: Auch nach der Pressekonferenz des Landrats ist Widerstand gegen seine Pläne dringend nötig. Ich fordere eine offene und vor allem ehrliche Diskussion. Die beschriebenen Horrorszenarien sind tatsächlich solche: Aber sie stammen aus dem Gutachten – das still und leise nicht öffentlich erstellt wurde -, nicht von denen, die sich dagegen aussprechen.

Claudia Drexl-Weile
CSU – Ortsvorsitzende Wolfratshausen


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Keine Kreisklinik mehr in Wolfratshausen?

Zum Beitrag in der SZ: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/wolfratshausen/wolfratshausen-endszenarien-fuer-die-kreisklinik-1.5279829

Wir haben mit Entsetzen festgestellt, dass nach Plänen bestimmter Gruppierungen im Landkreis die Auflösung der Kreisklinik Wolfratshausen weiter vorangetrieben wird.

Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass eine solche Diskussion geführt wird. Nicht wenige werden sich erinnern, dass bereits im Januar 1999 ähnliche Bestrebungen zu Gange waren.
Wir haben nicht den Eindruck, dass in dieser Debatte offen und ehrlich gesprochen wird. Bereits seit damals wird immer wieder der Versuch unternommen – mit allen möglichen und unmöglichen Argumenten – die Kreisklinik Wolfratshausen zu zerreden. Der jetzige Versuch erfolgt mit Hilfe eines Gutachtens einer Berliner Unternehmensberatung. Offen bleibt: Gibt es eigentlich auch einen Vorschlag zum Erhalt der Kreisklinik Wolfratshausen?

Das ehemals städtische Krankenhaus Bad Tölz wurde an den Privatträger Asklepios verkauft – ein Vorgang, der heute in Bad Tölz sehr bedauert wird. Damit hat der Landkreis als Träger nur ein Krankenhaus: Die Kreisklinik in Wolfratshausen. Zwei Klinken im “Doppel-Landkreis” – eine private und eine landkreiseigene – scheinen manchen offensichtlich eine zu viel. Dabei sollte man nicht vergessen, dass die Klinik in Bad Tölz als privates Krankenhaus Gewinne erwirtschaften muss – im Gegensatz zu einer öffentlichen Einrichtung.

Bereits im Jahre 1999 hat die CSU-Wolfratshausen angekündigt, alle erdenklichen Mittel (z.B. das eines Bürgerbegehrens) zu ergreifen. Das gilt bis heute: Wir werden alles zum Erhalt der Kreisklinik Wolfratshausen tun.

Zuerst aber fordern wir die Verantwortlichen in Bad Tölz auf, das ominöse Gutachten ganz schnell in die unterste Schublade zu legen.

Bild: Kreisklinik Wolfratshausen